Mietzinssenkung & Referenzzinssatz

Der Referenzzinssatz ist der durchschnittliche Zinssatz aller Hypotheken in der Schweiz. Der Mietzins ist an den Referenzzinssatz gekoppelt. Sinkt der Referenzzins um 0.25% haben Sie als Mieterin oder Mieter grundsätzlich einen Anspruch auf eine Mietzinssenkung.

  • Erster Schritt: Mietzins überprüfen
  • Zweiter Schritt: Herabsetzungsbegehren an die Vermieterschaft stellen
  • Dritter Schritt: Antwort abwarten und prüfen
  • Vierter Schritt: Herabsetzungsbegehren an die Schlichtungsbehörde einreichen (Frist nicht verpassen)

Erster Schritt: Überprüfen Sie Ihren Anspruch auf eine Mietzinssenkung

Viele VermieterInnen senken den Mietzins aber nicht von sich aus. Als Mieterinnen und Mieter müssen Sie deshalb selber aktiv werden. Prüfen Sie zuerst, ob Sie einen Anspruch auf eine Mietzinssenkung haben und wie gross Ihr Anspruch ist. Basiert Ihr Mietzins auf einem höheren als dem aktuellen Referenzzinssatz, steht Ihnen eine Senkung des Nettomietzinses um einen festen Prozentsatz (siehe Tabelle) zu.

Senkungsansprüche:

Der aktuelle Mietzins beruht auf einem Zinssatz von 1.50% 1.75% 2.00%
Mietzinssenkung auf den aktuellen Mietzinssatz von 1.25% -2.91% -5.66% -8.26%

Achtung: Die Vermieterschaft kann die  Teuerung und die allgemeine Kostensteigerung mit Ihrem Senkungsanspruch verrechnen. Überprüfen Sie deshalb Ihren Mietzins immer, bevor Sie ein Herabsetzungsbegehren stellen.

Zweiter Schritt: Herabsetzungsbegehren an die Vermieterschaft

Die Überprüfung Ihres Mietzinses hat einen Senkungsanspruch ergeben. Verlangen Sie von der Vermieterschaft schriftlich die Senkung des Nettomietzinses auf den nächsten vertraglichen Kündigungstermin. Der Brief muss vor Beginn der Kündigungsfrist bei der Vermieterschaft eintreffen.

Dritter Schritt: Reaktion der Vermieterschaft abwarten und prüfen

Die Vermieterschaft muss innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt des Herabsetzungsbegehrens eine Antwort geben. Es kann sein, dass sie die Senkung nicht oder nur zum Teil weitergibt, weil sie den Senkungsanspruch mit der Teuerung und gesteigerten Betriebs- und Unterhaltskosten verrechnet oder andere Einwände (z.B. Mietzinsreserve/Vorbehalt und Orts- und Quartierüblichkeit) vorbringt. Allenfalls ist es dann sinnvoll, von der Vermieterschaft noch weitere Unterlagen zu verlangen, um die Einwände prüfen zu können. Lassen Sie sich dafür vom Mieterinnen- und Mieterverband (MV) beraten.

Vierter Schritt: Herabsetzungsbegehren bei der Schlichtungsbehörde einreichen

Wenn Sie mit der Antwort der Vermieterschaft nicht einverstanden sind, können Sie innert 30 Tagen ab Erhalt der Antwort bei der Schlichtungsbehörde Ihres Wohnbezirks ein Herabsetzungsbegehren einreichen. Auch wenn die Vermieterschaft auf Ihr Herabsetzungsbegehren nicht antwortet, können Sie an die Schlichtungsbehörde gelangen und dort ein Herabsetzungsbegehren stellen. Dieses müssen Sie spätestens 60 Tage ab Versand des ursprünglichen Herabsetzungsbegehrens an Ihre Vermieterschaft abschicken.

Bevor Sie bei der Schlichtungsbehörde ein Herabsetzungsbegehren einreichen, sollten Sie sich vom MV beraten lassen.

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